Posted By Traveler on 8. Mai 2012
Bookman – Das Ewige Empire wird erst in einigen Tagen veröffentlicht, deshalb versuche ich die Spoiler hier raus zu halten.
Die Handlung spielt in einer alternativen Version des 19. Jahrhunderts. Die Zeitlinie hat sich von unserer im frühen 16. Jahrhunder geteilt, warum, wird nicht verraten.
Kurz gesagt ist Bookman -Das Ewige Empire ein äußerst lesenswerter, kurzweiliger Roman und definitiv Steampunk auf der ganzen Linie und auf verschiedenen Ebenen. Zum einen spielt er in einer Welt voller Luftschiffe, dampfbetriebener Roboter und einer riesigen Kanone, die der Raumfahrt dient. Das Buch ist aber für sich genommen euin wunderbar in sich verzahntes Kunstwerk, wie ein Uhrwerk. Die Tiefe und Verzahnung der Geschichte wird langsam, Stück für Stück und Rädchen für Rädchen enthüllt, was Bookman zu einem faszinierenden, spannenden und fesselndem Werk macht.
Die anhaltenden Faszination liegt vor allem daran, dass die Handlung bis zum Ende spannend bleibt. Es gibt ein paar überraschende Wendungen, die alle am Ende Sinn machen, aber ich bin ein paar Mal davon ausgegangen, das speil des Bookman durchschaut zu haben, nur um mich eines besseren belehren lassen zu müssen.
Am Ende hatte ich dann ein sehr komplexes und faszinierendes Bild einer Steampunk-Erde im Kopf. Ganz wundervoll.
Lavie Tidhar schafft nicht nur eine eigene Welt, sondern eine ganze Realität. Er verwebt historischee Persönlichkeiten mit fiktiven und lässt sie gemeinsam auftreten (Minispoiler: Jules Verne ist mit Kapitän Nemo befreundet, klingt seltsam, macht aber innerhalb der Geschichte absolut Sinn).
Ander Charaktere, wie Dr. Marbuse, werden nur am Rande erwähnt und treten selbst nicht auf.
Es ist wenig überraschend, dass Bücher innerhalb der handlung eine große Rolle spielen, darauf kann man schon vom Titel schließen. Die Auswahl fiktiver Bücher, auf die der Protagonist stößt, ist erstaunlich und einige, wie Schwer liegt die Heuschrecke, sind von einer Aura des Irrealen umgeben. Bücher zeigen den Weg in Bookman, Bücher haben Macht und Bücher verwischen die Grenzen der Realität.
Es ist einiges sehr mysteriös und fast surreal in Bookman, ein weiterer Grund, warum das Buch so undurchsschaubar und faszinierend ist.
Der letzte Punkt auf den ich eingehen möchte, ist Lavie Tidhar’s Umgang mit Mythologie in Bookman. Seine version der Erde hat ihre eigenen Mythen, und diese lassen faszinierende Rückschlüsse auf die unerwähnte Geschichte zwischen dem 16. Jahrhundert, der Gegenwart von Bookman und der Grauen Vorzeit zu.
Am Ende hat Orphan, der Protagonist, Nomen est Omen, sein Ziel erreicht, aber die Geschichte des Bookman ist noch lange nicht zu Ende und einige Fragen bleiben unbeantwortet… Bleibt nur, der Fortsetzung entgegen zu fiebern.
Ich kann Bookman -Das Ewige Empire nur jedem Steampunker ans Herz legen. Ein faszinierender, vielschichtiger Steampunkroman, der in keiner Sammlung fehlen sollte.
10 von 10 Zeppelinen
Wer jetzt Lust bekommen hat, Bookman – Das Ewige Empire gibt es
als Taschenbuch und für Kindle.
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Category: Literatur, Rezension, Steampunk |
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Tags: Bookman - Das Ewige Empire, Lavie Tidhar