Sherlock Holmes der Film
Posted By Traveler on 7. Februar 2010
Nach der Sherlock Holmes Lesung am Donnerstag wahren wir gestern in der Sherlock Holmes Verfilmung von Guy Ritchie. Ich fand den Film sehr unterhaltsam, wenn auch ein wenig überladen mit Action-Szenen.
Besonders schön waren auch die Bilder und die Atmosphäre im Film insgesamt. Alles wahr sehr schön stimmig viktorianisch, einschließlich der Ganoven, Halunken und Halsabschneider in ihren speckigen Anzügen.
Hier stach besonders der französische Hüne heraus. Ich war ja ganz froh, dass kein klischeehafter deutscher Bösewicht verwendet wurde… Die Musik ist auch sehr passend und immer der Situation angemessen, Szenen und Musik harmonieren sehr gut. Dies ist mir vor allem beim Boxkampf zwischen Sherlock Holmes und einem nicht näher genannten irischen Boxer aufgefallen. Während des Kampfes spielt ein lustiges Liedchen der Pogues (übrigens eine meiner bevorzugten Bands).
Auch die Interaktion zwischen den Akteuren ist ausgesprochen komplex und glaubwürdig. Auch die zu Holmes und Watson gehörigen Damen sind mehr als nur Anhängsel. Irene Adler, seltsamer Weise eine ehemalige Liebschaft Holmes’ innerhalb des Hintergrunds, ist zuwilen schlauer als Holmes und Mary Morstan hat ein ziemliches Temperament und bildet ein Gegengewicht zum sehr beherrschten Dr. Watson.
Wie erwähnt, es ist ein wenig zu viel Action im Film und Holmes neigt außerdem etwas zu sehr zu Gewalt. Im Film besitzt er außerdem einige manische Charakterzüge, die man aus der literarischen Vorlage nicht kennt. Zeitweise erscheint er wie besessen.
Der herausstechende Charakter des Films ist allerdings weder Holmes, Watson, Adler oder Morstan, sondern vielmehr Lord Blackwood. Mark Strong spielt den Bösewicht sehr glaubwürdig und intensiv. Sein erscheinen auf der Leinwand dominiert jede Szene.
Resümee:
Sherlcok Holmes ist sehenswert, wenn man einen Actionfilm mit Humor vor viktorianischen Hintergrund sehen will. Für Fans der literischen Vorlage ist er allerdings nicht zu empfehlen, da er sich zu viele Freiheiten nimmt und die Atmosphäre des Films nicht der der Romane entspricht.
Ich für meinen Teil fand den Film sehr unterhaltsam, wenngleich die Handlung etwas überfrachtet war.
Man hätte für die erste große Holmes-Verfilmung vielleicht auch einen kleineren Plot als eine Empire-bedrohende okkulte Verschwörung nehmen sollen, auf der anderen Seite, wer weiß, was der nächste Film bringt, denn:
Das Ende schreit nach einer Fortsetzung.




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